UWR Projekte 2020

Promotionsabschlussstipendium für Herrn Dipl.-Ing. Stefan Giese (9 Monate) zur Fertigstellung seiner Arbeit mit dem Titel: „Die Michaelskirche von Germia in Galatien und ihr bauliches Umfeld“ Herr Dipl.-Ing. Stefan Giese studierte Architektur an der BTU Cottbus. Stefan Giese arbeitete als Wissenschaftliche Hilfskraft / wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Lehrstühlen für Baugeschichte sowie Bautechnikgeschichte und Tragwerkserhaltung der BTU und nahm seit 2004 als Bauforscher an archäologischen Surveys und Grabungen in der Türkei teil (u.a. Pednelissos, Milet, Kirse Yanı, Germia, Kapıkaya). Seit Ende 2015 bis zum Beginn des Stipendiums war er als Mitarbeiter in einem Büro für Architektur und Denkmalpflege tätig.

Projektbeschreibung: Rund 100 Kilometer südwestlich der türkischen Hauptstadt Ankara befindet sich der Ort Gümüşkonak. Er liegt in einem fruchtbaren Tal, das durch das Dindymon-Gebirge bogenförmig eingefasst wird. Im Zentrum des Dorfes haben sich bedeutende Ruinen der byzantinischen Stadt Germia erhalten. In römischer Zeit scheinbar unbedeutend, erfuhr der Ort in früh- bis mittelbyzantinischer Zeit einen rasanten Aufstieg bis hin zum Pilgerzentrum und autokephalen Erzbistum. Befeuert wurde dies durch lokale Thermalquellen und die dem Erzengel Michael geweihte Kirche als Pilgerstätte. Die Anziehungskraft Germias war so groß, dass selbst Kaiser Justinian hierher reiste. Germia erregte schon früh das Interesse der Forschenden, allerdings mündete dies nie in weiterführende wissenschaftliche Untersuchungen. Erst mit dem im Jahr 2009 begonnenen Germia-Survey des DAI Istanbul und der BTU Cottbus wurden die byzantinischen Ruinen eingehend erfasst. Die Michaelskirche mit ihrer komplexen Bauphasenabfolge und die Umgebungsbebauung sind der Forschungsgegenstand der geförderten Arbeit. Die Kirche wurde in der Mitte des 5. Jahrhunderts errichtet und mehrfach grundlegend umgebaut bzw. erneuert. Sie gehört zu den größten Kirchenbauten Zentralanatoliens.